TANKRIS

Meine aktuelle poprockindieblablawiemanshaltnennt Band!
Die meisten der Kompositionen hab ich auf der Insel Hirsholmene/Daenemark waerend eines artist in residence aufenthaltes erdacht, und dann: jahrelanges rumprobieren, die richtigen Leute finden zum livespielen und TAETAEEE!

Das Coverart hat dankenweitesterweise der Severin Hofmann so schoenschiach hingekriegt!

 

Meine Traumbesetzung diese Band:

Lisa Kortschak am Mikro, Romeo Bissuti am Bass, Gregor Mahnert am Schlagzeug, ich ruehre die Gitarre.

Hier kann man schon mal reinhoren: bandcamp.

 

Tankris-info.pdf

TankrisFotos.zip

Fotocreditz an Lisbeth Kovacic!

 

 

Plattenrezensionen:

Im Augustin Nr.313:

 
SKUG:
Text: Gabriel Mayr | 13.02.2012

Diese Platte wurde fehlgeplant. »Nixit«, das erste Lied auf »Am And What« gibt sich derart versöhnlich in seiner verträumten, »Strawberry Fields Forever« zitierenden Art (diese Akkorde!), es wäre eigentlich der perfekte Schlusssong für das Album. Denn was »Nixit« an Songmaterial folgt, reicht dir nicht freundschaftlich die Hand, sondern zieht dich ohne Vorwarnung in den tiefen Treibsand. Tankris sind schräg und das ist gut so. Die Band ist sozusagen das »Baby« des Musik-Allrounders Chris Janka, dessen viele Spielwiesen und Projekte selbst ein Tausendfüßler nicht an den Gliedmaßen abzählen könnte. Auch Jankas MitmusikerInnen sind keine unbeschriebenen Blätter, was man bei solch herrlich abgebrühten Songs ohnehin nicht vermutet hätte.

Da wäre etwa der 7-Minüter »In My Mind«, eine komplexe Rechtschreibprüfung in Sachen Industrial. Oder »Nevernever«, das wie »Mother« von The Police daherkommt, nachdem es dreimal durch einen Ames-Raum geschickt wurde. »What No« schließlich ist der wahrscheinlich beste Song des Albums. Er vereint die Tugenden von Tankris in einer gewieften Tirade, die um die Absurditäten des Lebens weiß und außerdem musikalisch verzückt. Hätte das Wiener Quartett auf die Indie-Telefonwarteschleifenbeschallung »Tictac« verzichtet, dann wäre das Album vielleicht fast schon zu gut. Wobei, da gibt es ja noch den Plattentitel. »Am And What«, so fürchte ich, soll wohl eine Mischung aus orthographischem Englisch und phonetischem Deutsch sein, und da bleibt unterm Strich nur ein holpriger Kalauer übrig. Gut dass die Musik ausgefuchster ist.

KURIER 12/2011:

“Was ist DAS denn ?!” Eine Frage, die sich beim ersten hoeren aufdraengt. Denn die Scheibe ist ein
wilder, roher, blutiger Hybrid aus dermassen verschiedenen Stilen, dass es einem den Atem verschlaegt.
Von relaxt groovig legt die Band ansatzlos den Schalter um und wird jazzrockig, dann zappaesk,
dann funkig. Erstaunlich: Das Funktioniert! Grandios: Lisa Kortschaks Vocals!

Debütalbum
Sprunghaft in Richtung Mindestsicherung
Karl Fluch , 04. Jänner 2012 17:58

Zu den Paradoxa unserer Zeit zählt die Unzahl junger Independent Bands, die sich trotz kommerzieller Chancenlosigkeit nicht entmutigen lassen, Musik zu machen. Als kleine Band kann man bestenfalls hoffen, mit ein paar Konzerten die Unkosten der Anreise und eines produzierten Tonträgers wieder hereinzubringen. Von der Musik leben? Lustig.
Es sei denn, man würde auf dem jetzt eine gerechte Musikverwertung scheinbar endgültig ruinierenden Online-Musikdienst Spotify an die vier Millionen Mal abgerufen werden, pro Monat! Das reichte dann immerhin für die Mindestsicherung.
Dass trotz dieser Rahmenbedingungen gerade aus dem Popzwergenland Österreich eine Unzahl guter neuer Bands kommt, ist ein weiteres Paradoxon. Statt klischeekonform und herkunftsgemäß zu jammern und zu raunzen, wird beherzt drauflos gespielt. Ohne karrieristische Illusion wird die Kunst scheint’s besser. Ein paar Namen zum Gustieren und Anhören: Mopedrock!!, Bo Candy & His Broken Hearts, Crazy Bitch In A Cave, The Happy Kids und, und, und.
Jüngstes Beispiel in dieser losen Aufzählung ist die Formation Tankris, die dieser Tage ihr Debütalbum Am And What veröffentlicht und es kommende Woche in der Wiener Freiheit live präsentiert. Tankris sind Sängerin Lisa Kortschak, Gitarrist Chris Janka, Romeo Bissuti am Bass sowie Gregor Mahnert am Haudrauf. Allesamt sind schon länger in diverse musikalische und andere künstlerische Projekte involviert – warum also nicht zwischendurch eine neue Band gründen?
Die Musik von Tankris fällt im besten Sinn des Wortes sprunghaft aus. Jankas Nähe zur gefürchteten Welt der Improvisation wird hier von der Vorgabe gebändigt, dann doch im weiteren Sinne Pop zu produzieren. So wird nicht jeder Idee blind nachgejagt und jeder Song deshalb zur Geduldsprüfung, sondern nur jenen, die die Idee Pop tatsächlich transportieren. Das schafft Raum und Zeit. Den nutzen Tankris und produzieren lässige Hooklines und Melodien. Auf diese bettet Kortschak ihren Gesang. Worum es da genau geht, ist auf Englisch so egal wie auf Französisch.
Formal erinnert das Zusammenspiel von Tankris an große Namen wie die US-Band Pixies sowie die frühen Soloalben von Frank Black. Der Sänger der Pixies verstand es von Anbeginn an, Einserschmähs wie rasante Geschwindigkeitssprünge und Stops mit zwingenden Melodien kurzzuschließen und so eine Reihe von Jahrhundertsongs zu schreiben.
Ein Jahrhundertsong gelingt Tankris zwar nicht, aber das kunstvoll holprige Spiel wird mit Verve kredenzt, die elf Songs des Albums weisen keinen echten Hänger auf.
Das einzig mögliche Problem bei der Welteroberung stellt höchstens die Neigung der Band zu lustigen Verkleidungen dar. Dazu assoziiert man schnell Faschingsdienstag in der geistigen Provinz, fehlgeleitete kreative Energie am Laientheater und dergleichen. Das müsste echt nicht sein, und vielleicht muss es ja auch nicht sein. (Karl Fluch, DER STANDARD – Printausgabe, 5./6. Jänner 2012)

Und im Falter:

Neues aus Wien: zweimal spröde, einmal öde

Den seit vielen Jahren in Wien lebenden Salzburger Gitarristen Chris Janka kennt man vor allem aus dem Jazz- und Improvisationsbereich. Mit dem Quartett Tankris beackert er anderes Terrain. Mitte der Nullerjahre als Idee geboren, die nach und nach mit Leben gefüllt wurde, geht es hier um den Versuch, Pop zu spielen, ohne den eigentlichen künstlerischen Background zu verleugnen.
Gemeinsam mit der Sängerin Lisa Kortschak, dem Bassisten Romeo Bissuti, der Pop und Avantgarde in den 90er-Jahren bereits mit der Band
Scrooge zu versöhnen trachtete, und Gregor Mahnert, dem Schlagzeuger der Experimentalrocker Nitro Mahalia, präsentiert Janka mit dem Tankris-
Debüt „Am and What“ (None) einen elfteiligen Parcours zwischen eigenwilligem Rock, angetäuschtem Funk, sprödem Pop, Krawall in der dis­tanziert-ironischen Form, Postrock-Chanson, aufgewecktem Kinderlied und sanfter Schwelgerei. Das mutet im ersten Moment anstrengend an, erweist sich bei genauerer Betrachtung aber als durchaus hörenswert.
Hons wiederum ist vorrangig als Elektroakustiker tätig; „Necessities“ (Ostblock Rekords) stellt den Wiener Musiker allerdings als Elektronikproduzent mit ausgeprägter Neigung zu düsteren Stimmungslagen vor. Dabei geht es weniger um die bittersüße Melancholie des TripHop als vielmehr um schroffe, postapokalyptische Klanglandschaften. Das tönt zumeist recht hoffnungslos, vereinzelt finden sich zwischen den Ruinen aber auch überraschende Momente der Schönheit, etwa in „Smile“, einer Kooperation mit der Künstlerin Mimu.
Sowohl Tankris als auch Hons zielen auf offene Ohren und konzentriertes Zuhören ab, DMVA (kurz für: Die Mutter von allem) nötigen dagegen zu aktivem Weghören. Ihren mit dem Holzhammer angerichteten, dabei aber doch durchwegs seltsam krawummsfrei bleibenden Elektrorock kombiniert ihr Debüt „Menschenfresser“ (The Arcadia Agency) mit geplärrten Banalitäten zwischen „Fick die Bosse! Fick die Bosse!“ und „Da kann ich ja gleich schön vögeln“. Erbarmen!

Gerhard Stoeger

Bandfotos, geknipst von Lisbeth Kovacic: